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Kenntnisse & Kompetenzen

20 Schritte-Anleitung: So machen Sie sich selbständig

Von Anmeldung bis Steuern: Erfahren Sie, was Sie für einen sicheren Start in die Selbstständigkeit wissen müssen!

6 min Lesezeit
BIL Beitragsbild Checkliste So Mache Ich Mich Selbstständig

Endlich selbstständig: Ihre 20-Schritte-Checkliste

Das Bürokratie- und Organisations-Theater für Sie einfach und verständlich aufbereitet

Der Traum vom eigenen Betrieb: Endlich selbst entscheiden, wann der Hammer geschwungen wird und welche Aufträge Sie annehmen. Doch wer in Deutschland ein Unternehmen gründet, merkt schnell: Bevor die erste echte Arbeit getan ist, wartet das Bürokratie- und Organisations-Theater. Anträge, Behörden und Abkürzungen wie „GewAn“ oder „USt-IdNr.“ können einen fast zur Verzweiflung bringen.

Damit Sie nicht vom Paragraphen-Dschungel verschlungen werden, haben wir den Weg zur Gründung in 20 sachliche Schritte unterteilt. Digitalexperte Thomas Phillip Reiter von Billit Sie an die Hand – vom ersten Plan bis zur rechtssicheren Rechnung. Damit ihr Start in die Selbstständigkeit nicht im Drama endet.

Erster Akt: Planung und rechtliche Grundlagen

Bevor die erste Betriebs-Szene spielt, muss das Fundament stehen. Hier sollten Sie klären, was Sie eigentlich vorhaben.

1. Der Persönlichkeits-Check: Sind Sie bereit für die Eigenverantwortung? Selbstständig zu sein bedeutet, Fachkraft, Verkäufer und Buchhalter in einer Person zu sein. Bevor Sie starten, sollten Sie sich drei Fragen ehrlich beantworten:

  • Frage 1: Selbstdisziplin
    Können Sie sich auch für ungeliebte Büroarbeit motivieren, wenn kein Chef Ihnen über die Schulter schaut.
  • Frage 2: Finanzielle Nervenstärke
    Kommen Sie damit klar, dass Ihr Einkommen schwanken kann und Sie für Ihre Absicherung (Krankheit, Alter) nun selbst verantwortlich sind?
  • Frage 3: Entscheidungsfreude
    Trauen Sie sich zu, vom Stundenlohn bis zum Werkzeugkauf alle Entscheidungen allein zu treffen und dafür geradezustehen?

Wenn Sie Lust auf diese Freiheit haben und bereit sind, sich selbst zu organisieren, steht das Fundament für Ihre Gründung.

2. Qualifikation und Zulassung: Besonders im Handwerk wichtig: Benötigen Sie einen Meisterbrief (Zulassungspflicht)? Prüfen Sie bei Ihrer Handwerkskammer (HWK), ob Sie in die Handwerksrolle eingetragen werden müssen.

3. Wahl der Rechtsform: Einzelunternehmen, GbR oder doch eine GmbH? Für viele Solo-Gründer ist das Einzelunternehmen der einfachste Start – unbürokratisch und kostengünstig.

4. Den Businessplan erstellen: Keine Sorge, Sie müssen keinen Roman schreiben. Aber Sie sollten schriftlich festhalten: Was verkaufen Sie? Wer sind Ihre Kunden? Und wie viel Geld müssen Sie im Monat verdienen, um davon zu leben?

5. Finanzierung und Fördermittel: Benötigen Sie Werkzeug, ein Fahrzeug oder ein Lager? Dann sollten Sie genau kalkulieren, wie viel Startkapital erforderlich ist – und welche Förderprogramme für Ihr Vorhaben infrage kommen. Vom zinsgünstigen Kredit bis zur Investitionszulage: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Einen umfassenden Überblick bietet unser Fördermittel-Guide 2026: So sichern sich kleine Unternehmen Geld vom Staat.

Zweiter Akt: Behörden und offizielle Anmeldungen

Jetzt wird es offiziell. Wir klopfen bei den Ämtern an.

6. Der Gang zum Gewerbeamt: Ihr erster Weg führt Sie meist zum Gewerbeamt. Dort melden Sie Ihren Betrieb an. Freiberufler (zum Beispiel bestimmte Berater, Journalisten oder Grafiker) können diesen Schritt überspringen und wenden sich direkt an das Finanzamt.

7. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Nach der Anmeldung meldet sich (oft erst Wochen später) das Finanzamt bei Ihnen. Sie müssen online einen Fragebogen ausfüllen. Er ist die Basis dafür, dass Sie Ihre Steuernummer erhalten.

8. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.): Beantragen Sie diese am besten direkt beim zuständigen Finanzamt mit. Sie benötigen sie für Rechnungen an Geschäftskunden und wenn Sie Material im Ausland einkaufen.

9. Kleinunternehmerregelung prüfen: Erwarten Sie im ersten Jahr weniger als 25.000 Euro Umsatz? Dann können Sie sich von der Umsatzsteuer befreien lassen. Aber Vorsicht: Sie können dann auch keine Vorsteuer (zum Beispiel für teures Werkzeug) vom Finanzamt zurückfordern.

10. Mitgliedschaft in Kammern: Als Gewerbetreibender sind Sie in Deutschland in der Regel Pflichtmitglied – entweder in der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder in der Handwerkskammer (HWK). Die IHK wird nach Ihrer Gewerbeanmeldung meist automatisch informiert und meldet sich von selbst bei Ihnen. Im Handwerk müssen Sie dagegen meist selbst aktiv werden: Bei zulassungspflichtigen (meisterpflichtigen) Gewerken ist die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer Voraussetzung dafür, dass Sie Ihren Betrieb offiziell führen dürfen – und wird häufig auch schon für die Gewerbeanmeldung benötigt.

11. Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft (BG): Wichtig: Sie müssen sich innerhalb einer Woche nach Gründung bei der zuständigen BG anmelden. Sie ist Ihre gesetzliche Unfallversicherung – egal, ob Sie Mitarbeitende haben oder nicht.

Dritter Akt: Finanzen und Absicherung

Hier bauen Sie das Sicherheitsnetz für sich und Ihren Betrieb.

12. Eröffnen eines Geschäftskontos: Trennen Sie Ihre privaten Ausgaben strikt von den geschäftlichen Einnahmen. Ein separates Konto sorgt für die nötige Übersicht und ist die Basis für eine saubere Buchführung.

13. Die Wahl der Krankenversicherung: Hier müssen Sie sich entscheiden: Bleiben Sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder wechseln Sie in die private Krankenversicherung (PKV)? Da Sie als Selbstständiger die Beiträge komplett allein tragen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil), ist ein genauer Vergleich der Leistungen und Kosten für Ihre Zukunft entscheidend.

14. Ihr privater Schutzschild (Berufsunfähigkeit & Vorsorge): Was passiert, wenn Sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können? Für Solo-Selbstständige ist eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit oft essenziell. Da Sie in der Regel keinen automatischen Schutz über die gesetzliche Rentenversicherung haben (außer in bestimmten Handwerksberufen), müssen Sie Ihre Altersvorsorge und den Schutz bei Erwerbsminderung eigenverantwortlich und frühzeitig planen.

15. Betriebliche Versicherungen: Unverzichtbar ist die Betriebshaftpflichtversicherung. Sie schützt Sie vor den finanziellen Folgen, falls Sie oder Ihre Arbeit Schäden bei Dritten verursachen. Je nach Branche können weitere Versicherungen (zum Beispiel eine Rechtsschutz- oder Inhaltsversicherung für Ihr Werkzeug/Equipment) sinnvoll sein.

16. Rentenversicherungspflicht prüfen: Achtung: In einigen Handwerksberufen und für bestimmte Solo-Selbstständige besteht eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht. Klären Sie bei der Deutschen Rentenversicherung, ob Sie pflichtversichert sind oder sich befreien lassen können, um Ihre Vorsorge individuell zu gestalten.

Gut zu wissen: Die E-Rechnung ist da!

Seit Januar 2025 gelten neue Regeln für Rechnungen zwischen Unternehmen. Zwar gibt es beim Versenden noch bis 2027 eine Art „Welpenschutz“ durch Übergangsregelungen, doch die Weichen für die digitale Zukunft sind gestellt. Damit Sie sich nicht mit komplizierten XML-Formaten herumschlagen müssen, übernimmt Billit das Technische für Sie. So erstellen und empfangen Sie Rechnungen gesetzeskonform und haben den Kopf frei für Ihre eigentliche Arbeit.

18. Rechtssicherheit (Impressum & DSGVO): Sorgen Sie für ein rechtssicheres Impressum und eine Datenschutzerklärung auf Ihrer Website. Ergänzen Sie außerdem Ihre geschäftlichen E-Mails um einen sauberen Abbinder mit den wichtigsten Pflichtangaben.

19. Marketing & Sichtbarkeit (Der Marktauftritt): Ein Logo und eine schlichte Website sind erst der Anfang. Nutzen Sie Branchenverzeichnisse wie das Google Unternehmensprofil (ehemals Google My Business) und soziale Medien, um dort präsent zu sein, wo Ihre Kunden suchen.

20. Aktive Kundengewinnung: Verlassen Sie sich nicht nur darauf, gefunden zu werden. Netzwerken Sie lokal, nutzen Sie Empfehlungsmarketing und sprechen Sie potenzielle Kunden aktiv an – damit Ihre Auftragsbücher von Beginn an gut gefüllt sind.

Vorhang auf für Ihren Erfolg!

Das „Bürokratie-Theater“ wirkt am Anfang endlos. Aber wenn Sie diese 20 Schritte nacheinander abhaken, verliert der Prozess seinen Schrecken. Das Wichtigste ist: Fangen Sie an! Wenn die Grundlagen stehen, wird vieles einfacher – und Sie können sich Schritt für Schritt auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren.

Unterstützung ab Stunde 0: Damit hinter den Kulissen alles reibungslos läuft, unterstützt Billit Sie bei Angeboten, Rechnungen und E-Rechnungen – von Beginn an. Testen und überzeugen Sie sich kostenlos!

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